QUOTE(prototyp @ May 16 2006, 08:37 AM)
so wie ich das sehe willst du das der download nicht schneller wird weil dann die extrem grosse vielfallt des ed2k netzwerks verloren gehen könnte.
Nein - ich will vielmehr, dass die Diskrepanz zwischen langsamen und schnellen Leitungen nicht noch größer wird als bisher. Ich will im Gegenteil, dass alle langsamen Leitungen aufgerüstet werden, nicht ein paar schnelle bevorzugt. Ich will DSL 3000 für jeden Haushalt (dann wird das "Tauschen" nämlich von ganz alleine fairer), nicht eine Handvoll DSL16000-Benutzer in einem eigenen Subnetz, zu dem ein ed2k mit Priorisierung genau dieser Benutzer werden würde. Würden DSL16000-Benutzer belohnt, dann würden ISDN-Benutzer davor abgeschreckt, auf DSL2000 aufzurüsten.
QUOTE(prototyp @ May 16 2006, 08:37 AM)
leider muss man auch einsehen, das filesharing tot ist. nicht viele halten sich daran, und das sehen warscheinlich alle ein hier. würde das 10 kb upload limit abgestellt werden, würden die speeds in den keller rutschen.
Hier wiederum bin ich weitaus optimistischer als Du. Ich sehe bei der Netzgeschwindigkeit größere Wachstumsraten als bei den naheliegenden Contents.
Welche Content-Sprünge hatten wir in den vergangenen Jahrzehnten?
1. Plain Text zu Rich Text (Faktor 10)
2. Rich Text zu Bild (Faktor 10)
3. Bild zu Musik (Faktor 10)
4. Musik zu bewegtem Bild (Faktor 10).
Die Leitungsgeschwindigkeiten sind in der Spitze immer mitgewachsen - vom 2400baud-Modem zum 16MBit-DSL haben wir dieselben vier Zehnerpotenzen bekommen. Ich sehe bei den Leitungsgeschwindigkeiten keinen Grund, nicht noch einige Zehnerpotenzen draufzulegen; bei den Contents sehe ich momentan nur noch eine einzige Zehnerpotenz, nämlich höhere Qualität bei Filmen (also HDTV unkomprimiert statt DivX mit 1000 kBit/sec). Wenn wir noch eine Zehnerpotenz beim Content drauflegen, aber drei Zehnerpotenzen bei der Netzgeschwindigkeit, dann haben wir HDTV-Streaming in etwa drei bis fünf Jahren.
Das bedeutet aber insbesondere, dass es mit steigender Netzgeschwindigkeit immer schwieriger wird, seinen Download auch nur annähernd auszunutzen. Schon ein DSL-Anschluss mit 384 kBit/sec (Standard-DSL2000 mit verdoppeltem Upload für zusätzliche 2 € / Monat) bedeutet 4 GB Upload pro 24 Stunden! Lassen wir jeden Netzteilnehmer ein Upload/Download-Verhältnis von 1:1 leisten, dann kann jeder auch tatsächlich 4 GB pro Tag herunterladen. Und nun fragen wir uns: Haben wir überhaupt die Zeit, um jeden Tag 4 GB an Daten zu verarbeiten??? Ich habe sie nicht - seitdem ich 384 kBit/sec Upload habe, produziere ich ein langfristiges Verhältnis Upload zu Download von 3:1. Nicht, weil ich irgendwie besonders ethisch handeln würde - nein, ich habe einfach keine Verwendung für mehr als 1.3 GB Download pro Tag. Da mich der Upload aber nichts kostet, lasse ich meinen Esel 24 Stunden durchlaufen.
QUOTE(prototyp @ May 16 2006, 08:37 AM)
warum wohl haben viele netzwerke die für grosse dateien ausgelegt sind (bt/ed2k/overnet) ein "belohnungssytem" eingeführt?
Weil es eine Absicherung gegen Leecher bieten soll, welche damals, als diese Regeln eingeführt wurden (!), noch keine volumen-unbegrenzten Flatrates besaßen. Wenn man jedoch eine Volumenbegrenzung hat, dann will man natürlich soviel wie möglich von diesem Volumen für Downloads nutzen; in diesem Kontext (und nur dort!) waren Null-Upload-Leecher-Mods sinnvoll. Ab der Einführung volumen-unbegrenzter Flatrates hat das Credit-System an Bedeutung stark verloren, weil die "Geiz"-Einstellung der Teilnehmer keine wirtschaftliche Grundlage mehr besitzt.